Wettbewerb Neue Mitte Altona

Entwurfsgutachten mit hochbaulicher Vertiefung

1. Preis

Der südliche Wohnblock steht im unmittelbaren Dialog zur historisch gewachsenen Nachbarschaft, einer gründerzeitlichen Stadtstruktur. Der übergeordnete Masterplan für die „Neue Mitte Altona“ orientiert sich an diesem historischen Stadtgrundriss und entwickelt die gegenwärtigen Bezüge weiter. Die neue Bebauung wird im Größenverhältnis an die gründerzeitliche Nachbarschaft angepasst. Die Varianz und Vielfalt der alten Fassaden wird aufgegriffen und in ihrer Detaillierung und Ausgestaltung in eine zeitgenössische Architektursprache übersetzt.

Vom Bahnhof kommend, öffnet sich vor der Südspitze der bedeutende Quartiersplatz. Ein ruhiger, sechsgeschossiger Blockrand fasst den Platz und setzt sich sechsgeschossig an der Harkortstraße Richtung Norden fort und bildet ein angemessenes Gegenüber für die gründerzeitliche Bebauung. An der Südwest-Ecke erhält der Baukörper seinen siebengeschossigen Akzent. der mit den Hochpunkten der umgenutzten Güterbahnhofhalle korrespondiert. Zusammen markieren sie das „Tor“ ins Quartier. Zur Anwohnerstraße im Norden staffelt sich der Block auf fünf Geschosse herab, um gesunde und angenehme Wohnverhältnisse in engeren Bereichen zu schaffen. Einschnitte in der Kubatur betonen die Variation der Gebäudehöhen und die einzeln herausgearbeiteten Baukörper. Des Weiteren bieten sie den Bewohnern nicht nur eine hohe Aufenthaltsqualität, sondern verbessern auch die Belichtung des Hofes.

Nicht nur in seiner Kubatur erhält der Block eine Differenzierung, auch in seiner Fassadengestaltung werden die einzelnen Gebäude klar herausgearbeitet. Jedes der einzelnen Häuser erhält eine eigene Identität durch ein individuelles Fassadenmotiv. Die fein aufeinander abgestimmten Fassaden folgen jedoch stets einer übergeordneten Logik, die sie wieder zu einem Ganzen werden lassen. Wiederkehrende Fensterformate und leicht abgewandelte Motive sorgen für den gestalterischen Zusammenhalt des Blocks. Der Umgang mit dem Baustoff Klinker in seiner plastischen Wirkung spielt hier ebenso eine Rolle wie die feine Akzentuierung von Ecken und Eingängen im Sinne hanseatischer Bautradition. Dabei steht ein stimmiges Gesamtbild im Vordergrund, welches sich mit seiner Nachbarschaft harmonisch verbindet.